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Mit dem Rad ins Büro

Stress ist der Fluch der arbeitenden Bevölkerung. Und er trifft uns schon auf dem Weg zur Arbeit. Die Alternative für den Sommer: Radfahren. Das ist gesund, günstig und stressfrei. Aber kann man dabei auch gut aussehen? Man kann!

Wer kennt das nicht: Die tägliche Rushhour auf den Zubringerstraßen nagt an den Nerven, rüpelige Leidensgenossen drängeln und lichthupen was Turbolader und LED-Lichtanlage hergeben. Von der nervigen Parkplatzsuche ganz zu schweigen.
Oder aber, man hat die zweifelhafte Freude, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Aus dem Traum einer entspannten Fahrt mit Zeitung und Kaffee findet man sich schnell in der Realität aus verspäteten und überfüllten Bahnen, mürrischen Busfahrern, schreienden Kindern und virenschleudernden Mitreisenden wieder.

Radfahrern sind diese Probleme gänzlich fremd...
Kein Wunder, dass über die vielen Radwege in Deutschland immer mehr Menschen rollen. Sehr viele nutzen es bereits für den Weg zur Arbeit. Allerdings kämpfen die Pedaltreter mit anderen Problemen - nicht zuletzt dem Aussehen. Wir möchten im Anschluss die wichtigsten Fragen für Pendler auf zwei Rädern und solche, die es werden möchte, beantworten.

Die Liste der Vorteile ist lang:
Radfahrer kommen selbstbestimmt und anabhängig im Büro an. Wer in die Pedale tritt, spart Zeit. Auf Strecken bis fünf Kilometern ist man mit dem Fahrrad in der Stadt oft schneller am Ziel als mit dem Auto.
Auch der Blick auf die wirtschaftlichen Aspekte sollte jeden überzeugen. Denn langfristig wird das Fahrrad die kostengünstigste Fortbewegungsmethode auf kurzen Strecken bleiben. Mit dem Umstieg auf das Fahrrad koppelt man sich von der Rohstoff-Preisspirale ab. Darüber hinaus spart man sich noch Geld für Parkgebühren, Versicherungen und Steuern. Natürlich fallen auch die Rechnungen von der Werkstatt wesentlich günstiger aus.
Natürlich tun Radler auch ihrer Gesundheit einen großen Gefallen. Dreißig Minuten Bewegung täglich verbessern spürbar das Wohlbefinden. Regelmäßige körperliche Bewegung wie Radfahren reduziert das Risiko für Krankheiten und Beschwerden wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Rückenschmerzen. Obendrein hellt radeln die Stimmung auf und wirkt antidepressiv.

Die Qual der Wahl
Wer sich ein neues Rad zulegen möchte, hat die Qual der Wahl. Zunächst ist es hilfreich, sich grundsätzlich für einen Radtyp zu entscheiden. Möchte ich bequem fahren und mehr Gepäck mitnehmen können? Dann ist wahrscheinlich ein Touren- oder Hollandrad mit aufrechter Sitzposition und stabiler Ausstattung das Richtige. Darf es auch mal eine Strecke querfeldein und abseits aller befestigten Wege sein? Dann muss ein Mountainbike mit breiten Pneus her, wahlweise komplett gefedert. Wer sich dagegen mit vollem Tempo durch den Großstadtverkehr schlängeln möchte, wird wahrscheinlich eher mit einem gewichtsoptimierten Rennrad oder Fitness-Bike liebäugeln.
Ein Besuch bei einem breit aufgestellten Radhändler ist empfehlenswert, wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, welcher Typ in Frage kommt. Die passende Rahmengröße lässt sich dort außerdem erfragen. Material und Ausstattung hängen dann allein von der Zahlungsbereitschaft ab.

Helm - Ja oder Nein?
An keiner anderen Frage scheiden sich die Geister so sehr. Die Helm-Verweigerer führen hauptsächlich ästhetische Gründe ins Feld. Der Tenor: Man sähe damit aus, als ob man eine tote Ente auf dem Kopf spazieren fährt. Die Helmträger kontern: Ohne den Schutz ist das Hirn die einzige Knautschzone der Radfahrer. Eine Helmpflicht wird zwar sei den 1970er Jahren in Deutschland diskutiert, eingeführt wurde sie jedoch nie. Die Hersteller der Helme versuchen indes, ziwschen den unversöhnlichen Fraktionen zu vermitteln, indem sie Sicherheit mit modischem Aussehen kombinieren. Die Hartschalenkonstruktion wird dabei unter einem Hut oder einer Kappe versteckt.

Business-Look oder Radlerhose
Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder man schwingt sich gleich im Business-Look auf den Sattel, was vor allem bei kürzeren Strecken in Frage kommt. Oder man nutzt Radlerhose und atmungsaktive Sportkleidung und schlüpft vor dem morgendtlichen Meeting in den Anzug. Verschwitzt im Büro zu sitzen, ist ein No-Go. Ebenfalls empfehlenswert ist es, das Beinkleid vor der Fahrradkette zu schützen.
Es gibt nur wenige Dinge, die unangenehmer sind, als einen Tag mit nasser Hose überstehen zu müssen. Klar, wer bei jedem Wetter fahren möchte, greift auf regendichte Hightech-Ausrüstung zurück, die so gut wie nichts wiegt, sich klein zusammenfalten lässt und auch noch atmungsaktiv sein soll. Aber bevor man sich in Regenjacke, Regenhose und vielleicht sogar noch Stulpen (zum Schutz der Schuhe) gezwängt hat, ist der Regenschauer nicht selten schon fast wieder vorüber.
Zum Glück kommen die klassischen Regenponchos wieder in Mode. Sie bieten auf kurzen Strecken guten Schutz, sind schnell übergezogen und beanspruchen kaum Platz. Modisch sind sie obendrein. Insbesondere intensive Farbtöne wie in den 60er und 70erJahres sind gerade wieder angesagt.

Vom klassischen Korb bis zur Kuriertasche
Die Möglichkeiten, Gepäck mit dem Rad zu transportieren sind groß. Unter modischen Gesichtspunkten sollte man Tasche und Zweirad aufeinander abstimmen. Der klassische Korb zum Hollandrad, die Kuriertasche zum Stadtflitzer. Auch die ehemals biederen Satteltaschen erstrahlen mittlerweile in satten Farben. Ganze Aktenordner plus Notebook finden in ihnen Platz, mit einem Handgriff sind sie am Gepäckträger befestigt und sie verfügen über Trageriemen für den Fußweg zwischen Fahrradständer und Schreibtisch. Wetterfest sind die meisten ohnehin. Lichtreflektierende Materialien sorgen für eine bessere Sichtbarkeit im Stadtverkehr.