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200 Jahre Biergarten

Vor 200 Jahren erlaubte Max I. den Brauern, ihr Helles im Freien auszuschenken. Speisen wurden von Anfang an selbst mitgebracht.

Eine Maß unter Kastanien, dazu eine mitgebrachte Brotzeit
Der Biergartenbesuch ist in Bayern gängige Freizeitgestaltung, seit 200 Jahren schon. Die Brauereien lagerten früher das im Winter gebraute Bier in unterirdischen Gewölben. Aus Flüssen und Seen geschnittene Eisbrocken sorgten für Kühlung. Über den Kellern pflanzten die Brauer Schatten spendende Bäume - so blieben die Lagerräume kühl.

Die Brauer durften nur Brot servieren. Das Abreichen von Speisen und anderen Getränken außer Märzenbier war ihnen verboten. Die Biergarten-Gäste wollten ihre Maß aber nicht auf nüchternen Magen trinken und so brachten sie ihr Essen kurzerhand mit. Aus der Gewohnheit wurde Tradition. Das Mitbringen von Speisen ist inzwischen verbrieftes Recht.

Doch der Tradition droht neue Gefahr: Mancher "Neu-Bayer" bringt statt Radi, Obazdn und Brezen einen Döner mit oder lässt sich gar Pizza an den Biertisch liefern.